Verspätungen und Sprints um Züge zu erwischen sind ja nichts ungewöhnliches – auch nicht für mich. Einen Zug gleich zwei Mal zu verpassen ist allerdings schon reichlich kurios. Kurz zur Geschichte.
Ich startete in Giesing, München – schon mit einiger (selbst verschuldeter) Verspätung. Die U-Bahn war rappelvoll und am Hauptbahnhof musste ich mich mit Rucksack beschwert die Rolltreppen hoch durch eine immer dichter wirkende Menschenmenge kämpfen. Rennen konnte man die letzten Schritte auf der Rolltreppe allerdings nicht mehr nennen. Mehr recht als schlecht schleppte ich mich auf das Bahngleis – nur um den ICE noch sanft zu streicheln, während er in Richtung Nürnberg davonrollte.
Mein Ziel – Rieneck – ein kleines Örtchen mit einer wirklich guten Bahnanbindung. Ab 20:00 Uhr hält dort eigentlich nichts mehr. Dies im Hinterkopf schleppte ich mich vor die Anzeigetafel, nur um dort zu entdecken, dass der nächste ICE nach Nürnberg in 10 Minuten abfährt (über den Takt München-Nürnberg kann man sich nicht beschweren – sinnvoll ist es allerdings nicht, dass zwei Züge mit dem Abstand von 10 Minuten hintereinander her fahren, während die Augsburger nun vom schnellen Schienennetz abgeschnitten sind – aber: Vorteil für mich). Im Zug erfahre ich, dass der ICE in den ich eigentlich hatte steigen wollen, in Nürnberg eine Minute nach Eintreffen meines ICEs abfährt.
In Nürnberg springe ich – in Pole-Position – aus dem Zug, sehe den ICE mit offenen Türen auf dem Nachbargleis. Also runter – rüber – rauf. Die Türen sind zu, der ICE rollt langsam aus dem Bahnhof und ich muss, mit der Hand erneut über den Zug streichend, ziemlich lachen. Was die gute Dame mit der roten Mütze am Bahnsteig doch etwas verwirrt hat.
Fazit: ich durfte mit dem Bus nach Rieneck reisen – und kam dort knapp 1,5 Stunden nach der eigentlich angepeilten Ankunftszeit an…