Mai 20

Auch wenn es nach wie vor bitter klingt: offensichtlich gab es bei der Papp-Becher-Messie-Frau ein Upgrade. Sie ist mir heute wieder über den Weg gelaufen, das Schuhwerk war wie beim letzten Mal, aber mittlerweile hat sie neue Plastiktüten, die allerdings mit dem gleichen Inhalt gefüllt sind. Zudem trägt sie seit neuestem eine gelbe Plastikregenjacke.

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Mai 16

Montag und Dienstag durfte ich – ganz beruflich – die Bundeshauptstadt beehren. Neben meinem Chef, der in einem Meeting munter das blaue Zuckerpapier in seinen Händen knetete und sich dabei vollkommen die Hände beschmierte (beim letzten Treffen – in Karlsruhe – hat er genau das gleiche gemacht) gab es aber auch ein sehr interessantes musikalisches Erlebnis.

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Mai 09

Neulich am Hauptbahnhof: Ich stand – auf meine S-Bahn wartend – am Gleis, als eine sehr kleine Frau herangeschlurft kam. Sie transportiert in vier sehr alten Plastiktüten Unmengen an Papp-Bechern. Mein erster Gedanke war: “Gibt es auch Pfand auf Pappbecher?”. Dann entschied ich mich doch für die Kategorie Messie.

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Mai 08

Vielleicht bin ich etwas konservativ. Aber die Jugend von heute… Die langen Haare waren für mich ja noch einigermaßen erträglich, auch wenn ich davon überzeugt war, dass kurze Haare wirklich in sind. Über den möglichst regungslosen Gesichtsausdruck, den man dazu aufsetzen muss, kann ich vielleicht noch lächelnd hinwegsehen. Aber eine aktuelle Erscheinung lässt mich schon rätseln.

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Apr 25

Wenig Minuten später – in der U-Bahn. Eine ADHS-Mutter mit zwei kleinen Kindern schiebt sich zwischen die Mitreisenden. Der kleine Junge trällert ein Lied (in etwa: „und alle Kinder räumen auf…“ – an und für sich sehr melodisch, aber der Text ließ mich dann doch etwas staunen). Dabei nutzte er die Haltestange in der Mitte der U-Bahn, um sich um sie herum zu drehen.
Wenig später baumelte er an der Stange. Seine Mutter wies ihn harsch zurecht.
„Nicht baumeln. Hier baumelt niemand. Niemand würde hier baumeln.“
In solchen Momenten muss ich es mir echt verkneifen, nicht damit herauszuplatzen, dass ich vielleicht doch gerne auch mal an einer Stange baumeln würde.

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