Ich muss zugeben, ich bin neugierig. Am Sonntag lenkte ein kleines, technisches Gerät eines Mitfahrers im Zug zwischen Würzburg und Nürnberg meine Aufmerksamkeit auf sich. Ein Laptop war es nicht – vielleicht eine Spielekonsole – aber der junge Mann, der davor saß, drückte nur mit einem Finger und vollkommen unaufgeregt auf eine Taste. Nach längerem Grübeln nahm ich an, es handle sich um einen tragbaren DVD-Player, allerdings irritierte mich der fehlende Ton und die fehlenden Kopfhörer.
Den Konsum – welchen medialen Inhalts auch immer – versüßte sich der Mitfahrer mit einigen Dosen Bier – grüne Dosen einer bitter schmeckenden Marke – zugegegben, ich bin Anhänger der fränkischen Tropfen, nicht nur beim Wein. So leicht fiel der Genuss jedoch nicht. Nach jedem Schluck gab der junge Herr, dessen T-Shirt sich bedenklich über einen gerundeten Bauch zog (erwähnte ich schon, dass ich zu gerne mit meinem Finger in dicke Bäuche bohre?) ein Stöhnen von sich, das klang, als ob er sich jeden Schluck mit Gewalt in den prall gefüllten Bauch zwingen müsste. Da war kein gehauchtes ahhhhh, das der Durstige ausstößt, wenn er den ersten Schluck nimmt. Es klang eher wie die Overtüre zur Magenentleerung. Drei Dosen später musste ich aussteigen. Ob er noch platzte, wird wohl ein ewiges Geheimnis bleiben