Wie schon angedroht, gibt es nun etwas mehr Futter zu den von mir gelesenen Büchern. Ich beschränke mich aber auf kurze Kommentare und persönliche Eindrücke.
1. Liebe Mutter, es geht mir gut – von Margaret Millar: Was mich an diesem Krimi vor allem fasziniert hat, ist die Tatsache, dass die Lösung im Verlaufe des Krimis glasklar vor den Augen zu sein scheint, sich aber dreht und dreht, bis man mit der endgültigen Lösung aus dem Buch geworfen wird. Sehr empfehlenswert! Eine ausführliche Rezension findet sich auf der Krimi-Couch.
2. Mieses Karma – von David Safier: Leichte Lektüre – ich habe für das Buch zwei knappe Zugfahrten gebraucht (München – Nürnberg und zurück). Unterhaltsam, für zwischendurch – aber kein Must-have. Wer es nicht geschenkt bekommt, verpasst auch nichts…
3. Unser Mann in Havannah – Graham Greene: Wie auch die liebe Mutter ein SZ-Krimi der mir durchaus zusagte. Liebenswürdig der Hauptdarsteller in seiner immer stärkeren und unabsichtlichen Verstrickung in eine internationale Verschwörung. Empfehlenswert!
4. Rufmord – Dick Francis: Mein erster Francis soll nicht der letzte geblieben sein, obwohl mich das Thema Reitsport zunächst nicht wirklich interessierte. Man merkt dem Autor den “Stallgeruch” einfach an, was aber leider nicht nur als Lob ausgelegt werden kann. Mitunter war es mir dann doch etwas zu reitspezifisch. Dennoch: Empfehlenswert. Umfangreicher geht es auf der Krimi-Couch zu.
5. Der Kalenderblattmörder – Marek Krajewski: Das Buch ist mir bereits vor einem Jahr in Wien (in einer polnischen Buchhandlung – ich denke im 7. Bezirk) in die Hand gefallen – da hatte ich ihn allerdings wieder zurückgelegt, der Rucksack war bereits voll.
Der Krimi ruft, neben seinem für Deutsche meines Alters fremden Spielorts “Breslau der 20er Jahre” recht unterschiedliche Gefühle hervor. Man fiebert mit Mock, trotz dessen Gewalttätigkeit gegenüber der Frau, ärgert sich über seine (Fehl)Entscheidungen und taucht ein in eine teils sehr fremde Welt. Die Identifizierung mit dem Protagonisten fällt Frauen aber offenbar wesentlich schwerer (zumindest laut Aussage meiner Freundin, die den Krimi ebenfalls gelesen hat). Der polnische Krimi hat es im Jahr 2006 (Juli) immerhin auf die Krimiwelt-Bestenliste geschafft und ist auch bei Krimi-Couch eine Top-Empfehlung. Von mir gibt es ein Empfehlenswert.
6. Mein Morgenstern – von Hans Traxler: Das ich von Traxler schwärme, habe ich ja unlängst schon erwähnt. Aber das Büchlein ist einfach grandios. In 24 Bildern illustriert Traxler Morgenstern auf geniale Art und Weise! Immer wieder ein Genuss – deswegen ein Sehr Empfehlenswert an dieser Stelle.
7. Der Fall Heine – von Marcel Reich-Ranicki: Ich mag Heine. Ich genieße Heine. Und das, was Reich-Ranicki über Heines Leben, seine Schwierigkeiten als Jude in Deutschland anerkannt zu werden(trotz Konvertierung zum Christentum) und in Frankreich als Deutscher zu leben, schreibt ist für Heine-Freunde lesens- und wissenswert. Für diese Zielgruppe: Sehr Empfehlenswert!
8. Autobiographie – von Benjamin Franklin: Darüber bin ich über das Männerbuch der SZ-Bibliothek gestoßen (Bücher, die ein Mann gelesen haben sollte) – und es ist wirklich lesenswert, wenn es auch Passagen gibt, durch die man sich etwas hindurch kämpfen muss. Leider fehlt ein Großteil des Lebens – vor allem die Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika wird leider größtenteils ausgespart bzw. nur im Randkommentar meiner Ausgabe aufgegriffen. Amüsant und gleichzeitig zum Nachdenken anregend auch die Liste der Tugenden, die sich Franklin zum Lebensbegleiter gemacht hat. Die Keuschheit (geschlechtlichen Umgang nur aus gesundheitlichen Gründen oder für die Zeugung von Nachkommen) ist hier nur ein Beispiel. Für Männer und Frauen: Schwere Lektüre, aber empfehlenswert.