Die erwähnte Spam-Poesie ist nicht nur mir aufgefallen, sondern findet unter anderem hier, hier, hier und hier Erwähnung. Bei der weiteren Recherche traf ich dann auch den mir schon bekannten, aber mittlerweile wieder aus dem Gedächtnis verschwundenen Reimomat. Damit oder mit ähnlichen Hilfen wie dem Reimlexikon lässt sich in der heutigen Zeit der “modernen” Lyrik allerdings kein Preis mehr gewinnen. Einen Weg zum modernen Dichterglück könnte man aber wie folgt finden:
- Text schreiben
- Im Internet übersetzen lassen – und zwar so oft, bis er möglichst kryptisch wieder auf Deutsch zurückübersetzt ist
- Ordnen – und fertig ist das Gedicht.
Da das schwer vorstellbar ist, habe ich das mal mit einem Klassiker durchexerziert:
- Goehtes Geistesgruß:
Hoch auf dem alten Turme steht
Des Helden edler Geist,
Der, wie das Schiff vorübergeht,
Es wohl zu fahren heißt.Sieh, diese Senne war so stark,
Dies Herz so fest und wild,
Die Knochen voll von Rittermark,
Der Becher angefüllt;Mein halbes Leben stürmt’ ich fort,
Verdehnt’ die Hälft’ in Ruh’
Und Du, Du Menschen-Schifflein dort,
Fahr immer, immer zu! - Übersetzung via Promt und zwar über folgende Stationen:
Deutsch – Englisch – Französisch – Russisch – Spanisch – Deutsch - Das Ergebnis:
Höhe auf den alten Ladentischen
Zurück vom Helden der adelige Geist
Der wahrscheinlich wiederholt,
um es zu führen, als ihnen erlauben, von Schiff vorbeizugehen.Sehen waren diese Milchmänner
Alpestress, dieses Herz so fest und übertrieben so stark,
die Knochen waren völlig von der Marke von Reiter
Der großen Tasse gefüllt;Ich habe meine Mitte des Lebens des Angriffes weit,
Verdehnt ‘ die Mitte im Rest
Sie, Sie Menschen-Schifflein dort,
immer, immer führen genommen!
Leichte Bearbeitungen (groß- und KLEINschreibung durch mich). Irgendwie scheint mir moderne Lyrik zudem höflicher zu sein?