Eine ganz interessante Frage, über die ich bei Statista gestolpert bin. Das Briefeschreiben. Gefallen daran findet vor allem das weibliche Geschlecht.
Trotz Entfernung zwischen mir und meiner Freundin (gut – knappe 170 Kilometer – und das nicht mehr all zu lange) ist das Briefeschreiben so gut wie versiegt. Selbst sie schickt nur noch ab und an eine Postkarte. Wo sind die Briefe geblieben, die noch vor (Achtung!) 15 Jahren in Kisten, absperrbaren Kassen und Schubladen vor den Blicken all zu neugieriger Schwestern verborgen wurden? Ach ja. Mittlerweile ist auch meine Handschrift so schlecht geworden, dass selbst die Druckbuchstaben kaum noch zu lesen sind (die Hälfte der Briefe kommen als “unzustellbar” wieder zurück).
Ich muss ehrlich zugeben, ich habe den Nerv nicht mehr, einen Brief zu schreiben, wenn ich vor dem Bildschirm sitzend sehe, dass meine Freundin online ist. Sie anrufen kann oder kurz eine sms schicken. Selbst mein Patenonkel, der jährlich einen Brief an Freunde und Bekannte verschickt, um über sein Jahr und seine Familie zu berichten, tut dies mittlerweile per Mail. Ich sollte aufhören, sonst werde ich noch all zu traurig. Trotzdem. Auf Post kann man sich (sieht man mal von Online-Bestellungen ab) – kaum noch freuen. Werbekram. Kreditangebote oder Gewinnbenachrichtigungen mit Berechtigungsschein für eine Gewinnmöglichkeit. Verdrängt das Internet die Internet die schönen Dinge und verstärkt die nervenden?
Setze mich jetzt hin und schreibe. Genug gejammert. Muss jetzt nur noch Briefpapier! und einen Briefumschlag finden.