Eigentlich wollte ich Weihnachten ja auslassen, jetzt muss ich aber doch noch etwas über die “Atmosphäre” in meiner Stadt loswerden.
Gruppen, die südamerikanisch-folkloristische und dabei schrecklich wohlklingende Panflötentöne von sich geben sind eigentlich nichts neues. In den besten Zeiten gab es auf ca. 2 km Fußgängerzone 4 Gruppen, die so einen breit angelegten Klangteppich über die Stadt legen konnten. Immer war etwas los, und die geschätzten 10 Musiker pro Gruppe schafften es, selbst müde und stressgeplagte Zeitgenossen zum Fliehen Schunkeln zu bewegen.
In diesem Jahr ist es anders. Der Klangteppich ist geblieben – aber die Musikerdichte ist gesunken. In Zeiten großer Rationalisierungsmaßnahmen und zunehmender Technisierung des Alltags blieben auch die Straßenmusikanten nicht verschont. Heute treten meist zwei bis drei Musiker auf, ausgestattet mit beachtlicher Technik, an den Mikrofonständern hängen bis zu fünf Instrumente, die im Wechsel gespielt werden. Verteilt auf 2 km sind nun nur noch 2 bis 3 Gruppen zu erspähen.
Bleibt die Frage: Was machen nun all die Musikanten, die nicht multiinstrumental einsetzbar sind?